Die Hau ist zu Papier gebracht

Das Objekt, ein altes Industriegebäude, ehemalige Maschinenfabrik, gegründet von den Gebrüdern HAU im Jahr 1898 in dem bis dahin bäuerlichen Offenbacher Stadtteil Bürgel. Die Ausstellung dokumentiert die Wandlung einer verlassenen, lange leer gestandenen Fabrik bis zum Beginn der Wohnraumwerdung.

Gezeichnet und fotografiert von der Zeichengruppe „ BILDERFLUT“, zukünftigen Bewohnern der ehem. Haufabrik und Interessierten

  • Der Blick auf marodes Gemäuer, halb Zerfallenes, noch zu Ahnendes, lies die Fantasie spielen und fragen was sich hier so abgespielt haben mag. Wer waren die Menschen, die diese Räume belebten, hier ihren Lebensunterhalt verdienten?
  • Eine Zeitreise im Kopf.
  • Die Jahre haben an der Fabrik gefressen, die lange Zeit leer stand.
  • Die Spuren des Leerstandes, blinde, zerstörte alte Fabrikfenster, leicht bemooste Wände, herunter hängende Kabel, Rohre, die keine Funktion mehr haben. Treppen, von denen man nicht weiß, wo sie einst hinführten. Dazu Gerüche, die auf alles Mögliche schließen lassen.
  • Aktuelle Ausstellung im Schmuckatelier WOLFGANG UHL ... Rumpenheimer Schlossgasse 4 ... 63075 Offenbach-Rumpenheim ... Künstlergespräch nach Vereinbarung: 015170024237
  • Jutta Hingst | Grafik und Zeichnung ... Gottfried-Schaider-Str. 29 ... 63075 Offenbach ... 015170024237 ... j-c.hingst@outlook.de

Inspiration und Arbeitsweise

Als begeisterte Anhängerin des Lindy Hop Tanzes macht Jutta Hingst dies in ihren Arbeiten zum Thema. Mit der Technik der Monotypie setzt sie den Rhythmus und die Lebendigkeit dieses Tanzes um. Lindy Hop ist ein Tanzstil aus den 1930er Jahren in den USA, der als Vorläufer der Tänze Jive, Boogie-Woogie und des akrobatischen Rock ’n’ Roll gilt. Er gilt als der ursprüngliche Swing-Tanz. Ihre Arbeiten spiegeln Eindrücke und Erlebtes im hier und jetzt wieder. So entstehen in ihrer Themenreihe "Männer" entweder mit zarten Linien als Radierung, als Aquarell mit Tusche, oder kurz und unmittelbar als Zeichnung mit Graphit oder Farbstift. Der Zuschauer darf seine Geschichte schmunzelnd dazu erfinden, oder sich einfach nur amüsieren. Rumpenheim inspiriert Jutta Hingst mit seiner Natur und dem ländlichen Charme. Hingst ist Sozialpädagogin, aber weil die Kunst sie seit ihrer Jugend faszinierte, studierte sie auch noch an der Hochschule für Gestaltung. „Ich muss einfach zeichnen, das ist für mich wie eine Gegenwelt“, sagt Hingst. „Es vergeht kein Wochenende, an dem ich nicht arbeite.“ Für die aufwendige Technik der Radierung braucht sie viel Platz. „Erst wird in die Metallplatte geritzt, dann kommt die Farbe, die, die überschüssig ist, wird dann weggenommen oder verrieben und schließlich wird gedruckt“, erklärt sie den Prozess. Aber der Aufwand lohne sich, denn die sogenannte Kaltnadelradierung erlaube viel Gestaltungsspielraum, sowohl mit der Farbe als auch durch das Hinzufügen aller möglichen Gegenstände. „Mal nehme ich Stoff oder Schmirgelpapier“, sagt sie und zeigt Drucke mit sonderbaren Strukturen. „Oder etwas was ich im Schlosspark gefunden habe, wie diese Samenhülsen.“ Hingst ist gerne draußen und geht spazieren oder fährt Fahrrad am Main. „Das inspiriert mich einfach“, sagt sie. Vielleicht sei das auch der Grund, dass so viele Künstler in Rumpenheim arbeiten. „Früher war das hier mal ein Pferdedorf, heute ist es ein Künstlerdorf“, meint Hingst. Es sei eine ländliche, schöne Gegend, ruhig und nah am Wasser. „Immer wenn ich hier draußen unterwegs bin, nehme ich Stift und Papier mit, und wenn ich etwas sehe, was mich fasziniert, zeichne ich es direkt“, erzählt sie. Am Rumpenheimer Schloss treffen sich öfter die Boule-Spieler, da habe sie sich einfach dazugesetzt und Skizzen von ihnen gemacht. Oder die Raben im Park, von ihnen habe sie eine ganze Serie gemacht. „Vögel finde ich einfach toll, sie haben so etwas Witziges, Humorvolles“, sagt sie. Deshalb sind auch oft Hühner und Strandläufer auf ihren Bildern zu sehen. Die Raben in Aquarell habe sie bei den Kunsttagen im Herbst fast alle verkauft. Die meisten, die zum Kunstfrühling kämen, seien schon Stammkunden bei den Rumpenheimer Ateliers. „Sie sind neugierig, was es Neues gibt“, erzählt sie. „Ich freue mich, wenn die Besucher dann in mein Atelier kommen und ein bisschen schmunzeln über meine Bilder.“ 

Vita

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte prüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.