Schmuckkollektion WOLFGANG UHL

Viele edle und andere Steine

In den Schubladen meines Ateliers finden sich mannigfaltige Naturerscheinungen, die sich mit meinen speziellen Mitteln zu Schmuckstücken verwandeln lassen. Ich bin ein Naturfreund, ich bin gern draußen, liebe das Meer, ich wandere oft. Die Natur in ihren Formen und Erscheinungen kann ich wirklich genießen. Ihr ästhetischer Reiz ist das, was mich interessiert. Natürliche Kristalle, die ich finde oder von Mineralienhändler beziehe, verwandele ich mit zarten Silberröhren zum Anhänger. Ihre manchmal durchbrochene Struktur, Eleganz und Farbe bringt sie auf der Haut der Trägerin zum Leuchten, indem ich einen Kontrast setze. Das geschieht etwa mit zart-mattem Silber, dem Glanz von Perlen, dunklem Hämatin oder kleinen, geschliffenen Bergkristall-Elementen. So habe ich in den vergangenen Jahren eigene Techniken und Verfahren entwickelt. Es entstand 2006 die Y-Kette, die meist aus zwei verschiedenen Strängen gefertigt ist. Am Dekolletee kommen beide in der Mitte zusammen, doch ein Strang ist länger, ragt nach unten und formt so ein Y. Beim Tragen entsteht so eine besondere Eleganz. Ein ähnlich reduziertes Prinzip wende ich bei Ringen an. Die Steine, Mineralien und Muscheln bringe ich versetzt an dem ebenso unsymmetrisch geformten, meist sich verjüngenden Ringen an. Beim Tragen wirkt der Schmuckstein nun, als schwebe er zwischen den Fingern. Auch hier kombiniert ich Materialien, die sich auf den ersten Blick fremd sind. Schlichten Basalt oder unpolierten Bernstein sitzt neben eine weiße Zuchtperle. Ich habe beobachtet, dass traditionelle Ringe mit genau zentriertem Stein sich im Alltag zur Seite drehen, bei meinen kann das nicht passieren. Sie sitzen und die Steine schweben. Als Rumpenheimer Künstler lebe und arbeite ich im historischen Marstall des ehemaligen Schlosses. Im Atelier fertige ich Ketten, Ringe, Armbänder und Ohrringe, die weder Diamant, Saphir und Rubin brauchen. Ich kombiniere natürliche Kristalle, farbenprächtige Mineralien, unbearbeitete Muscheln und Kiesel mit Silber und Zuchtperlen. Jedes Stück ist ein Unikat, Serienproduktion ist für mich nicht denkbar. Wer das denkmalgeschütztes Atelier betritt, geht an fünf hölzernen Kästen an der Wand vorbei, jeder mit einer anderen Farbe und Struktur. Dezent beleuchtet, finden sich Ketten und Armreifen auf Sockeln und in kleinen Schubladen zum Selberstöbern. Wer auf dem schiefen historischen Steinboden des ehemaligen Pferdestalls weitergeht, steht vor meinem Werktisch. Hinter einem kiloschweren Quarzkristall begrüßt auf dem Präzisionsbohrer ein Froschkönig die Gäste, dahinter eine kleine Schraubzwinge. Jede Menge Werkzeug liegt herum.